Wer also ist nun wirklich der Erfinder des Telefons?

Wer also ist nun wirklich der Erfinder des Telefons?

Téléphone de Reis, d'après l'invention de Johann Philipp Reis (1834 -1874) [ Rechtehinweis: picture-alliance/MAXPPP ] Téléphone de Reis, d'après l'invention de Johann Philipp Reis (1834 -1874) [ Rechtehinweis: picture-alliance/MAXPPP ]
Historisches Telefon, das die Technik von Philipp Reis nutzte

Quelle: picture-alliance / maxppp

Bell gilt noch immer als Erfinder des Telefons, obwohl seine Rolle vom US-Kongress relativiert worden ist. Ein anderer hatte die Grundlagen gelegt. Und auch in Deutschland wurde das Telefon erfunden.

„Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.“ Das sind historische Worte. Es ist der erste Satz, der jemals über ein Telefon gesprochen worden ist. So geschehen am 26. Oktober 1861 in Frankfurt am Main, als der deutsche Tüftler Johann Philipp Reis seinen frisch konstruierten Fernsprecher den Mitgliedern des Physikalischen Vereins vorführte.

Gemeinhin gilt der Amerikaner Alexander Graham Bell als der Erfinder des Telefons. In den USA wird jedoch bis heute immer wieder darüber diskutiert, ob Bell tatsächlich als der wahre Erfinder des Telefons angesehen werden kann. Nein, es geht dort nicht etwa darum, die Verdienste von Philipp Reis zu würdigen. Den hat man in den USA gar nicht im Blick.

Es sind vielmehr Amerikaner italienischer Abstammung, die den aus Florenz in die USA eingewanderten Antonio Meucci als den eigentlichen Erfinder des Telefons sehen. Tatsächlich würdigte im Jahr 2002 der US-Kongress, 113 Jahre nach dem Tod von Meucci, die Verdienste des Italo-Amerikaners bei der Entwicklung des Telefons.

Wer also ist nun wirklich der Erfinder des Telefons? Das hängt entscheidend von der Frage ab, wie man „Erfinder“ definiert. Ist es derjenige, der ein neues technisches Konzept als Erster in der Theorie präsentiert? Oder derjenige, der eine neue Technik als Erster umsetzt und deren Funktionsfähigkeit nachweist? Oder ist es derjenige, der als Erster ein Patent für eine neue Technologie anmeldet?

Erfindung ohne Patent

Reis mag der Erste gewesen sein, der tatsächlich Worte über ein Telefon übertragen hat. Doch er hat nie versucht, seine Innovation patentieren zu lassen. Er war der Bastlertyp, dem es nur um die Sache und nicht um die Entwicklung von Produkten und Unternehmertum ging.

Der aus Schottland stammende Alexander Graham Bell war da aus einem anderen Holz geschnitzt. Er präsentierte seine Telefonentwicklung im Jahr 1876 auf der Expo in Philadelphia. Das war exzellentes Marketing. Kurz zuvor, am 14. Februar 1876, hatte er das Patent beantragt. Mit der Patentnummer 174465 ging Bell in die Annalen der Technik als der Erfinder des Telefons ein.

Er gründete die Bell Telephone Company, aus der im Jahr 1885 das weltbekannte Telekommunikationsunternehmen AT&T hervorging. Die ersten Worte übrigens, die über das bellsche Telefon gesprochen wurden, sollen „Mr. Watson, come here, I want you“ gewesen sein.

Doch welche Rolle hat nun Antonio Meucci gespielt? Wie Reis hatte er tatsächlich bereits vor Bell einen „Talking Telegraph“ erfunden. Im Gegensatz zu Reis hatte er jedoch versucht, ein Patent anzumelden.

Der tragische Erfinder Meucci

Doch er konnte die 250 Dollar, die er dafür benötigt hätte, nicht aufbringen. Immerhin sicherte er sich 1871 für ein Jahr die Priorität an der Erfindung, hatte dann aber wiederum kein Geld für eine Verlängerung. Tragisch für den Telefonerfinder, dass sein Patent an ein paar Dollar gescheitert ist.

Schlimmer noch war für ihn das, was danach geschah. Er hatte versucht, die Firma Western Union Telegraph für seine Innovation zu gewinnen, und dem Unternehmen ein Modell und technische Details geschickt. Es kam aber nie zu einem Treffen von Meucci mit Vertretern der Firma, und als er 1874 die Unterlagen zurückforderte, erhielt er die Antwort, dass sie verloren gegangen seien.

Was damals genau geschehen ist, wird sich wohl nicht mehr klären lassen. Tatsache ist, dass zwei Jahre später Bell sein Patent einreichte und zunächst mit der Firma Western Union zusammenarbeitete.

Meucci versuchte, das Patent von Bell anzufechten. Die Streitigkeiten zogen sich jahrzehntelang hin. Es gelang ihm nicht, wenigstens eine finanzielle Entschädigung von Bell durchzusetzen. 1889 starb Meucci verarmt. Die Frage, ob Bell ein Betrüger war, geriet zunächst in Vergessenheit.

Zwei Patentanträge an einem Tag

So oder so hatte Bell aber auch noch Glück. Neben ihm gab es nämlich eine weitere Person, die – wie auch immer – das Telefon erfunden hatte, ein gewisser Elisha Gray. Am 14. Februar 1876 sollen beide, beziehungsweise deren Anwälte, im gleichen Patentamt die Erfindung des Telefons angemeldet haben. Bell ist auf der Besucherliste des Hauses als Nummer 5 protokolliert, Gray als die Nummer 39 – zu spät für ein Patent auf das Telefon.

Halten wir fest: Der Erfolg hat immer viele Väter. Und insbesondere bei Innovationen hängt es von vielen Faktoren ab, wer im kollektiven Gedächtnis als Star gespeichert ist. Den Namen Philipp Reis kennt jedenfalls auch hierzulande kaum jemand.

Ratgeber Telefon

Ratgeber Telefon

Trotz der scheinbar nicht endenden Smartphone- und Handyflut spielt das Festnetztelefon immer noch eine wichtige Rolle in den Haushalten. Allerdings gibt es auch hier ein paar wichtige Aspekte, die man vor dem Kauf unbedingt beachten sollte. Welche Arten es gibt und welche Ausstattungsmerkmale speziell für Ihre Zwecke sinnvoll sind, zeigen wir Ihnen in der nun folgenden Aufstellung.

Verschiedene Arten von Telefonen

Arten Beschreibung / Vor- und Nachteile
Telefon mit Schnur Zu den so nach und nach weniger werdenden Exemplaren gehören mittlerweile die schnurgebundenen Telefone. Diese findet man meist nur noch mit entsprechender Anlage im Büro oder bei älteren Nutzern, die eher selten telefonieren oder sich aus verschiedenen Gründen nicht an ein neues bzw. moderneres Telefon ohne Kabel gewöhnen möchten oder können. Nicht unterschätzt werden sollte jedoch das Display, welches auch während des Telefonats einsehbar ist. Im Büroalltag kommen die meisten Tischtelefonanlagen bei Konferenzschaltungen zum Einsatz und viele verfügen mittlerweile über zusätzliche Mobilteilergänzungen.
Vorteile
– geeignet für Konferenzschaltungen
– ablesbares Display beim Telefonieren
– im Büro empfehlenswert
– meist bessere Lautsprecherqualität
– mit und ohne AB erhältlich
Nachteile
– störendes Kabel
– begrenzte Bewegungsfreiheit
– geringe Auswahl im Handel
– Standortabhängigkeit
– mit umfangreicher Ausstattung vergleichsweise teuer
Telefon ohne Schnur Das Schnurlostelefon, auch bekannt unter der Bezeichnung DECT-Telefon, hat sich in den meisten Haushalten unangefochten durchgesetzt. Das liegt vor allem an der enormen Bewegungsfreiheit und an der meist recht hohen Reichweite. Sehr unterschiedlich sind hingegen die Akkulaufzeiten. Andererseits lassen sich gleich mehrere Mobilteile an eine Basisstation anmelden, was besonders in großen Wohnungen mit vielen Zimmern vorteilhaft sein dürfte. Damit kann man dann auch kostenlos intern telefonieren. In Sachen Sprachqualität haben sich moderne Schnurlostelefone ebenfalls deutlich verbessert. Je nach Bedarf sind Basisstation und Mobilteil mit mehr oder weniger sinnvollen Zusatzfunktionen ausstaffiert. Dazu zählen unter anderem der integrierte Anrufbeantworter, die SMS-Funktion, Bluetooth, die Notruf- und Babyfonfunktion und der Nachtmodus. Trotz dieser Möglichkeiten lassen sich die meisten Modelle weitgehend einfach bedienen.
Vorteile
– hohe Unabhängigkeit und Flexibilität
– günstige Einstiegspreise
– mehrere Mobilteile möglich
– gute Sprachqualität
– große Auswahl im Handel
– umfangreiche Zusatzfunktionen
– meist mit integriertem AB erhältlich
Nachteile
– Akkulaufzeiten sehr unterschiedlich
– ohne Eco-Modus relativ hohe Funkstrahlung
WLAN-Telefon / VoIP-Telefon WLAN-Telefone arbeiten, wie der Name schon sagt, mit der Funktechnologie per WLAN sowie mit entsprechenden Protokollen. Als bekanntester Name wäre dabei wohl Skype zu nennen. Zur Nutzung eines WLAN-Telefons benötigt man u. a. eine WLAN-Basisstation. Im Gegensatz zu einem normalen Schnurlostelefon ist die Reichweite allerdings nicht ganz so hoch und auch der Stromverbrauch ist meist etwas höher. Die Nachfrage nach einem VoIP-Telefon ist seitens der Privathaushalte nicht allzu groß, weil die meisten Heimrouter bereits mit dieser Technologie ausgestattet sind, sodass die günstige und beliebte VoIP-Telefonie auch ohne Weiteres mit einem modernen Schnurlostelefon betrieben werden kann. WLAN- und VoIP-Telefonie sind also auf dem Vormarsch, aber die Anschaffung separater Telefone für diese Technologien benötigt man nur noch in speziellen Fällen. Wer mit dem Telefon allerdings noch weitere Möglichkeiten nutzen möchte, wie zum Beispiel den Zugriff auf das Internet, trifft mit einem extra VoIP-Telefon genau die richtige Wahl.
Vorteile
– sehr kostengünstige Art der Telefonie
– lohnenswert bei sehr gutem WLAN-Empfang bzw. mit geeignetem Router
– mehrere empfehlenswert für Bürokomplexe
Nachteile
– extra Telefon kaum noch notwendig

 

Anrufbeantworter

Ohne Anrufbeantworter kommt man heutzutage kaum noch aus. Die meisten schnurgebundenen und schnurlosen Telefone haben diese Zusatzfunktion bereits mit an Bord und sind trotzdem nicht sehr viel teurer als Modelle ohne AB. Ob und unter welchen Voraussetzungen man den AB aktiviert, bleibt dem Nutzer natürlich selbst überlassen. Worauf Sie bei einem AB achten sollten, lesen Sie in den nun folgenden Abschnitten.

Aufnahmekapazität
Wer viele Anrufe über das Festnetz erhält und dennoch selten im Haus ist, sollte auf eine möglichst lange Aufnahmezeit achten. Einfache Ausführungen sind meist auf zehn bis 20 Minuten begrenzt. Andere Exemplare bieten eine Aufnahmekapazität von immerhin bis zu 60 Minuten.

Fernabfrage
Wer die Nachrichten möglichst oft oder flexibel abrufen möchte, sollte sich für ein Telefon mit AB und Fernabfragefunktion entscheiden. Hierzu benötigt man eigentlich nur den passenden PIN und schon lässt sich der AB von jedem anderen Telefon oder Handy abhören.

Ansagetexte
Neben den bereits vorgefertigten Standardtexten kann der Nutzer natürlich auch eigene Texte aufsprechen. Außerdem lässt sich die Zeit bis zur Aktivierung des Anrufbeantworters selbst bestimmen.

Mitschneidefunktion
Wer ein gesamtes Telefonat gerne Mitschneiden möchte, kann auch diese Funktion via Anrufbeantworter nutzen. Damit ausgestattet sind allerdings nicht alle Telefone mit AB. Für die Weiterverwendung dieser Mitschnitte sollte man außerdem auf die gesetzlichen Bestimmungen achten.

 

Worauf sollte man sonst noch achten?

Sprachqualität
Wer bei einem Schurlostelefon sehr großen Wert auf eine absolut saubere und klare Sprachqualität legt, sollte sich für den CAT-iq-Standard und für die HD-Telefonie interessieren. Zu beachten wäre allerdings, dass beide Teilnehmer über diese Ausstattungsmerkmale verfügen müssen.
Bei einem WLAN-Telefon hängt die Sprachqualität nicht selten auch von der WLAN-Stärke ab. Schnurgebundene Telefone, die noch nicht allzu alt sind, haben meist eine sehr gute Sprachqualität.

Bluetooth
Die Ausstattung lohnt sich vor allem für Nutzer, die vorwiegend freihändig telefonieren möchten. Mit einem meist günstigen Bluetooth-Headset kann man das Telefon koppeln und muss den Hörer bzw. das Mobilteil somit nicht dauerhaft in der Hand halten.

Rufnummernsperre
Leider bekommt man immer noch ungebetene Anrufe, die teilweise auch äußerst nervig werden können. Mit der praktischen Rufnummernsperre kann man diese, sich ständig wiederholenden Anrufe, ganz einfach abwehren. Wenn man zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten kein klingelndes Telefon hören möchte, sollte man ein Telefon mit Nachtmodus wählen.

SOS-Taste
Diese Funktion bietet sich vor allem für kranke oder ältere Nutzer an, denn am Telefon befindet sich eine spezielle Taste, die nach dem Drücken unverzüglich einen Notruf an eine oder wahlweise auch an mehrere vorab bestimmte Teilnehmer absetzt.

Freisprech- oder Lautsprechereinrichtung
Wer bei einem Festnetztelefon auf Bluetooth verzichten und sich auch kein teures DECT-Headset zulegen möchte, kann natürlich auch den Lautsprecher aktivieren. Je nach Entfernung gibt es hierbei allerdings sehr große Qualitätsunterschiede. Zudem sollte man damit in einer weitgehend ruhigen Umgebung telefonieren.

Telefon für Senioren
Neben der bereits erwähnten SOS-Taste besitzen Seniorentelefone meist große Tasten und ein deutlich größeres Display. Obendrein lassen sie sich mit einem Hörgerät nutzen und verfügen über eine relativ unkomplizierte Menüführung. Auch die Lautstärke kann man individuell regulieren. Sonderfunktionen, wie zum Beispiel die SMS-Funktion, sind bei einem Seniorentelefon hingegen eher selten. Dafür besitzen Telefone für ältere Menschen einen meist sehr lauten Klingelton mit zusätzlicher Lichtsignalanzeige.

 

Zusammenfassende Übersicht über alle Fragen vor dem Kauf

  • Benötige ich ein Festnetztelefon mit oder ohne Schur?
  • Wie viele Mobilteile brauche ich bei einem Schnurlostelefon?
  • Welche Akkulaufzeit soll das Telefon mindestens haben?
  • Welche Reichweite soll das Mobilteil haben?
  • Möchte ich auch über das Internet bzw. per WLAN telefonieren?
  • Besitze ich bereits einen geeigneten WLAN- bzw. Heimrouter?
  • Welche Anforderungen stelle ich an den Anrufbeantworter?
  • Muss sich das Telefon für Senioren oder für Menschen mit Beeinträchtigungen eignen?
  • Welche Zusatzfunktionen soll das Telefon besitzen?
  • Hat das Telefon eine gute Sprachqualität?
  • Wie viel darf das Festnetztelefon maximal kosten?

Top 3

Testergebnis Vergleichssieger 2. Platz Preis-Leistungs-Sieger
Produkt Gigaset SL450A Go Gigaset CL660A Gigaset C430 A
Bewertung
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Preis Ab 132.99 EUR* Ab 70.69 EUR* Ab 50.99 EUR*
Bild Gigaset SL450A Go Gigaset CL660A Gigaset C430 A
Vorteile
  • Gutes Telefonieren
  • Einfache Handhabung
  • Gute Umwelteigenschaften
  • Vielseitige Möglichkeiten
  • Einfache Handhabung
  • Gute Umwelteigenschaften
  • Einfache Hand­ha­bung
  • Gute Aus­stat­tung
  • Guter Druck­punkt
Nachteile
  • Mäßige Akku­leistung
  • Mäßige Akku­leistung
  • Mäßige Lesbar­keit des Displays
Test / Vergleich Bericht Bericht Bericht
Angebote Angebote Angebote Angebote

 

150 Jahre Telefon: Wichtiges, Interessantes und Kurioses

Das Telefon feiert heute seinen 150.Geburtstag. Am 26. Oktober 1861 präsentierte der Erfinder Johann Philipp Reis seinen Fernsprecher der Physikalischen Gesellschaft in Frankfurt. Der ehemalige Monopolist Telekom hat die wichtigsten Ereignisse sowie Kurioses und Interessantes aus 150 Jahren Telefongeschichte zusammengetragen.

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Dem Fernsprecher zum Durchbruch verhalf Alexander Graham Bell, der 1876 in den USA ein Gerät vorstellte, das in beide Richtungen funktionierte. Seitdem haben sich das Telefon und die Nutzung des Telefons erheblich verändert. Das Handy hat längst den Siegeszug angetreten und die Internet-fähigen Smartphones werden zur Plattform für immer mehr Zusatzanwendungen. Hier die Meilensteine aus 150 Jahren Telefongeschichte im kurzen Abriss. Auf der zweiten Seite dieses Artikels geht es um Kurioses und Interessantes.

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Meilensteine aus 150 Jahren Telefongeschichte

1861: Am 26. Oktober stellt Johann Philipp Reis sein “Telephon” erstmals der Öffentlichkeit vor.

1876: Alexander Graham Bell meldet sein Telefon, eine Weiterentwicklung des Reis’schen “Telephons”, zum Patent an.

1877: In Deutschland wird das erste Gespräch mit einem Bell-Apparat geführt. Noch im selben Jahr produziert die Firma Siemens & Halske die ersten Telefone.

1881: Die ersten öffentlichen Telefonnetze entstehen, unter anderem in Berlin. Damit nimmt auch die erste Fernsprechvermittlungsstelle ihren Betrieb auf: Das Fräulein vom Amt wird zum neuen Berufsbild.

1889: In den USA wird der Hebdrehwähler erfunden und damit die technische Grundlage für die automatische Gesprächsvermittlung.

Meilensteine aus 150 Jahre Telefongeschichte | (c) Telekom

Meilensteine aus 150 Jahre Telefongeschichte | (c) Telekom

Das Telefon im 20. Jahrhundert

1904: Die erste Telefonzelle wird von Wilhelm Quante in Wuppertal gebaut, aber nicht im Bergischen Land, sondern in Berlin aufgestellt.

1908: In Hildesheim nimmt die erste automatische Vermittlungsstelle ihren Dienst auf.

1926: Die Reichsbahn führt auf der Strecke Hamburg-Berlin in allen D-Zügen die “Zug-Telefonie per Funk” ein.

1930: In Deutschland gibt es rund 3,2 Millionen Telefonanschlüsse.

1936: Gemeinschaftsanschlüsse für “Wenigsprecher” werden eingeführt.

1939-1945: Während der ersten Kriegsjahre wird das Telefonnetz in Deutschland zunächst weiter ausgebaut. Im weiteren Verlauf kommt der private Telefonverkehr mehr und mehr zum Erliegen.

EU-Haushalte ohne Festnetz | (c) Bitkom

EU-Haushalte ohne Festnetz im Jahr 2011 | (c) Bitkom

Nach dem 2. Weltkrieg

1955: Mitte der 1950er-Jahre beginnt der Ausbau der Selbstwählferndienste. Schon bald können Telefonbesitzer darüber auch ins Ausland telefonieren.

1958: Mit dem A-Netz nimmt das erste großflächige Mobilfunknetz in Deutschland seinen Betrieb auf. Genutzt wird es überwiegend über Autotelefone. Die Geräte wiegen ca. 16 Kilo und sind so groß, dass sie fast den kompletten Kofferraum eines Pkws ausfüllen.

1969: Mit dem militärisch und wissenschaftlich genutzten Netzwerk ARPANET entsteht der Vorläufer des Internets.

1972: Das B-Netz kommt: Man kann nun auch im Auto angerufen werden. Aber nur, wenn der Aufenthaltsbereich (Vorwahl) des Fahrzeuges bekannt ist. Die Geräte sind nun etwa so groß wie ein Koffer.

1977: Die Deutsche Bundespost zeigt auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) erstmals BTX (Bildschirmtext) – ein Dienst, der Fernseher mit Computern verbindet.

1984: Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling präsentiert das erste schnurlose Telefon fürs Festnetz.

1985: Das C-Netz nimmt offiziell seinen Betrieb auf – damit steigt die Zahl der Mobilfunkteilnehmer rasant. Dank zellularer Technik braucht man den Aufenthaltsort des Angerufenen nicht mehr zu kennen.

1989: Das Festnetz wird digital: offizieller Start des Integrated Services Digital Network (ISDN) in Deutschland.

1990: Das ARPANET wird abgeschaltet, die kommerzielle Nutzung des Internets beginnt. Auch Privathaushalte können sich ab jetzt via Modem einwählen.

1991: Wissenschaftler der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) entwickeln die sogenannte Hypertext Markup Language, kurz HTML, und machen das Internet damit massentauglich.

GSM bringt den Durchbruch für den Mobilfunk

1992: Das Global System for Mobile Communications (GSM) wird eingeführt. GSM ist die technische Grundlage für digitale Mobilfunknetze. Das bringt den Durchbruch für den Mobilfunk. In Deutschland gehen die D-Netze an den Start – das D1-Netz der damaligen DeTeMobil Deutsche Telekom Mobilfunk GmbH und das D2-Netz von Mannesmann Mobilfunk. Mit dem Transatlantic Telecommunications Cable TAT 10 kommt das erste transatlantische Glasfaserkabel zwischen Deutschland und den USA zum Einsatz.

Zahl der pro Jahr versendeten SMS in Milliarden / (c) Bitkom

Zahl der pro Jahr versendeten SMS in Milliarden / (c) Bitkom

1994: Auf der Fachmesse CeBIT wird der erste SMS-Dienst in Deutschland vorgestellt. Eine Erfolgsgeschichte beginnt: Allein im Netz der Deutschen Telekom werden heute täglich rund 40 Millionen SMS versendet.

1996: Die Telekom geht im November an die Börse.

1998: Der Markt für Telekommunikation wird am 1. Januar geöffnet, der Wettbewerb um Festnetzkunden beginnt.

1999: Im Juli schaltet die Telekom die ersten Digital-Subscriber-Line-Anschlüsse (DSL) für Privatkunden. Mit DSL lassen sich Sprache und Daten gleichzeitig übertragen.

2000: Im Juni zählen die Netze D1 und D2 zusammen rund 25 Millionen Teilnehmer. Die Telekom startet ihre Breitbandoffensive: Neun von zehn Haushalten in Deutschland haben die Möglichkeit, mit bis zu 3 Megabit pro Sekunde online zu gehen.

Nokia 7600 side

2004: Das erste UMTS-Handy in Deutschland, das Nokia 7600 | (c) Hersteller

Startschuss für UMTS

2002: Premiere für UMTS: Nach A-, B-, C- und D-Netz startet die nächste Generation des Mobilfunks in Deutschland.

2005: Als erstes Mobilfunkunternehmen ermöglicht die Telekom mit web’n’walk die mobile Internetnutzung.

2006: Telefon, Internet und Fernsehen aus einer Hand – mit dem Start von Entertain, dem IPTV-Angebot der Telekom, beginnt ein neues Multimedia-Zeitalter. Mit inzwischen rund 140 TV-Sendern, 15.000 Inhalten in Online-Videothek und TV-Archiv sowie interaktiven Anwendungen ist Entertain Marktführer im deutschen IPTV-Markt. T-Mobile führt HSDPA ein und macht das mobile Internet für seine Kunden noch schneller.

2007: T-Mobile verkauft in Deutschland exklusiv das iPhone.

2009: Telekom und Google launchen das erste Android-Handy.

Rene Schuster, CEO Telefónica Germany | (c) Unternehmen

Rene Schuster, CEO Telefónica Germany, beim Verkaufsstart des iPhone 4S | (c) Unternehmen